Literatur

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Gefragt, was denn aus seiner Sicht Weltliteratur sei, meinte Peter Handke einmal in seiner gewohnt schnippischen Art: die komme doch sowieso nur von innen heraus. Ein großartiger Gedanke! Lässt sich die Welt denn tatsächlich in so einem vermeintlich winzigen Raum erfinden? Oder wird die Welt gar nur aus uns heraus geboren und stürzt in sich zusammen, sobald wir sie dereinst verlassen haben? Ich möchte die philosophische Betrachtung des Satzes außer Acht lassen und mich stattdessen darauf konzentrieren, was er für mich und meine Anfänge als Schriftsteller bedeutete.

Nicht dass ich so weit gegangen wäre, mich für ein paar gelungene Verse gleich auf eine Stufe zu stellen mit den Leuten, die sich der Literatur im wahrsten Sinne des Wortes verschrieben haben. Das sicher nicht. Aber durfte ich von Handkes Satz ableiten, dass jeder einzelne Versuch auch eine realistische Chance in sich berge, wenn nicht für Weltliteratur, so zumindest für lesenswert zu gelten, meinte man es nur wirklich ernst damit. Und ernst war es mir damit schon bald nachdem sich, ob der paar gefundenen Körner, nicht mehr nur der Zufall unter dem gezückten Stift verfestigte. Die anfängliche Furcht, einem wie mir könnte sowieso nie ein Wurf gelingen, war damit endgültig überwunden.

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