«Mari Tirrenu»

«Ich dachte mir, male das Meer doch mit so wenigen Strichen, wie du nur kannst! Also malte ich, gleich dem Elfmeterschützen im Angesicht seiner noch unvollendeten Arbeit. Jeder zusätzliche hätte der eine Strich gewesen sein können, der das Bild schlussendlich zerstört haben würde.» Plage de Padulino (Corse), 23. Juillet 2018

Das Schöne verbirgt sich gerne in der Einfachheit. Das wusste schon Aristoteles und er hat es in seiner «Metaphysik» meisterlich aufgezeigt. Im Übrigen, und da wird es dann so richtig interessant, bringt das Ein-Fache so manche Schwierigkeit mit sich. Ein einfacher, kurzer Satz zum Beispiel kann eine echte Herausforderung darstellen, wenn er denn das Auszusagende trefflich und für jeden und jede verständlich zum Ausdruck bringen soll. Es ist dies auch ein wesentlicher Grund dafür, warum so Vieles, was der Mensch geschaffen hat, so komplex geworden ist. Er macht es sich nämlich einfach, indem er für das nicht Inbegriffene immer neue und neue Begriffe erfindet. Verfolgt man aber die Bedeutung von Wörtern zurück bis an ihre Ursprünge, dann stellt man ein jedes Mal fest, dass sie einst viel mehr an Bedeutung umfassten, als sie es heute tun! Es braucht also nicht gleich Theodor W. Adornos «Negative Dialektik» bemüht zu werden, um daraus eine Kritik der Sprachentwicklung oder gar eine Kritik der abendländischen Kultur zu formulieren. Oder wie er es ausdrückte, dass die «Utopie der Erkenntnis es wäre, das Begriffslose mit Begriffen aufzutun, ohne es ihnen gleichzutun.»

ZUM ORIGINALBILD ->

Mari Tirrenu

1 thought on “«Mari Tirrenu»”

  1. Sehr schönes Bild, fein geschrieben! Danke!

    “Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden.” – Albert Einstein

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