Leben und Werk

 

Frank Gruber wurde 1975 geboren. Der österreichische Schriftsteller gilt als Vertreter eines modernen Existenzialismus. Er dekonstruiert in seinen Werken die konventionellen Denkmuster unserer Gesellschaft. Ausdrucksformen hierfür sind neben Prosa, Stücken, Gedichten und Aphorismen auch Zeichnungen und Fotografien. Immer wieder stellt er in seinen Texten auch Bezüge zu seiner Tiroler Heimat her. Zwischen dem von dichter Industrie durchsetzten Inntal und einer davon sich abhebenden Bergwelt der nördlichen Kalkalpen liegt das Spannungsfeld, welches sich in den Wesenszügen seiner Figuren erkennbar abzeichnet.

 

1996-2001 – Geisteswissenschaftliche Ausbildung

Aufgewachsen in einfachen Arbeiterverhältnissen, ebneten ihm seine Eltern den Weg einer bürgerlichen Ausbildung. Gymnasium in Kufstein dann Studium der Politikwissenschaft, Zeitgeschichte und Medienkunde an der Universität Innsbruck. In dieser Zeit Auseinandersetzung mit der Willens-Philosophie Friedrich Nietzsches, Sigmund Freuds Strukturmodell der Psyche und den kapitalismuskritischen Arbeiten Theodor W. Adornos. Dazu frühe Begeisterung für die Werke Goethes, Hölderlins und der griechischen Tragödiendichter.

2002-2009 – Anfänge der Schriftstellerei

Erste berufliche Erfahrung als Redakteur im Hörfunk. Es entstehen Aphorismensammlungen in Anlehnung an die Journale Peter Handkes, der für ihn zum Wegweiser seiner schriftstellerischen Arbeit wird. In 2003 Erlangung eines Postgraduate-Abschlusses in der Disziplin Unternehmenssteuerung. Im März gleichen Jahres Eintritt in die VIKING GmbH (seit 2018 STIHL Tirol). Es folgt eine Periode der stilistischen Weichenstellung, in der er sich dem Existenzialismus von Kierkegaard, Schopenhauer und Camus zuwendet. Unter dem Eindruck des Symbolismus entstehen auch erste Gedichte. Bis zum Ende seiner sportlichen Laufbahn in 2008 ist er zudem eine der führenden Persönlichkeiten des österreichischen Baseballsports. Mit seiner Vereinsmannschaft, die Union Kufstein Vikings, erringt er unter anderem zweimal den österreichischen Staatsmeistertitel.

2010-2017 – Schreiben wird zum Alltag

Im Oktober 2010 wird sein Essay «Dauerstress im göttlichen Apfelgarten» veröffentlicht, in dem er eine literarische Aufarbeitung der Weltwirtschaftskrise anbietet. In der Folge zahlreiche unveröffentlichte Werke, darunter die Novelle «Bodenlos», das Theaterstück «Die letzte Zeugin» und Lyrik. In 2013 Beginn der Arbeiten am Roman «Der Anfang der Geschichte». Ab 2015 häufige Reisen in das Sehnsuchtsland Frankreich – Reisetagebücher und Journale entstehen. Die französische Sprache gewinnt an Bedeutung und nimmt zunehmend Einfluss auf den Erzählstil. Starke Assoziation mit der französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts (Stendahl, Maupassant, Valéry, Duras).

2018 – Gründung der «édition littoral»

Auf der offiziellen Webseite werden den erweiterten Ausdrucksformen des Autors umfangreiche Expositionen gewidmet sowie Einflüsse auf seine Arbeit offen gelegt. Sinn gebendes Leitbild ist die Ergründung der Küsten- und Grenzregionen des menschlichen Daseins. Im November 2018 erscheint sein erster Roman «Der Anfang der Geschichte». Er beleuchtet darin kritisch die Grenzen der Freiheit in einer liberalen Gesellschaft. Dazu greift er unter anderem das Thema Flüchtlinge auf, welches die europäische Politik seit 2015 dominiert.